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Umweltprogramm des Deutschen Golf Verbandes: „Golf & Natur“

Golf hat als Sportart im Freien eine enge und faszinierende Beziehung zur Natur, da die Spielflächen unmittelbar in die Landschaften eingebunden sind. Wiesen, Bäume, Strauchgruppen und Wasserflächen charakterisieren die Individualität eines jeden Platzes und machen ihn unverwechselbar. Hinzu kommt, dass zur Ausübung des Golfsports ein zwar unterschiedlich großer, aber insgesamt doch erheblicher Flächenumfang erforderlich ist, der die Umwelt beeinflusst. Diese Tatsache hat zur Folge, dass der Umweltschutzgedanke im Golfsport eine große Bedeutung hat.

Der Deutsche Golf Verband (DGV) setzt sich bereits seit 1990 aktiv mit Umweltfragen auf Golfanlagen auseinander. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen seit den 90er Jahren haben gezeigt, dass der ökologische Wert von Golfanlagen sehr hoch sein kann. Die gegebenen Chancen werden aber nicht immer in vollem Umfang genutzt. Gründe hierfür sind u.a. die komplexen Zusammenhänge und vielfältigen Einflussfaktoren bei der Pflege einer Golfanlage. Deshalb steht seit 2005 mit „Golf & Natur“ ein speziell für den Golfbereich entwickeltes Umweltprogramm zur Verfügung. Das Programm resultiert aus einer weitreichenden Kooperation zwischen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Im Rahmen der Kooperation wurden mehrere Projekte gefördert, die modellhafte Lösungen für Konflikte und Probleme zwischen Sport und Umwelt liefern.

Im Herbst 2011 erhielt der Deutsche Golf Verband eine bedeutende Auszeichnung für das Umweltprogramm „Golf & Natur“. Die Initiative, mit der die Qualität von Golfplätzen unter Berücksichtigung des Umweltschutzes verbessert wird, gehört zu den 365 Preisträgern im bundesweiten Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ und darf sich nun „Ausgewählter Ort 2011“ nennen. Der Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“, der seit 2006 von der Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ in Kooperation mit der Deutschen Bank durchgeführt wird, rückt Ideen und Projekte in den Mittelpunkt, die die Zukunft des Landes aktiv gestalten.

Ablauf des Umweltprogramms
„Golf & Natur“ beruht auf dem Prinzip der gelenkten Eigeninitiative und ist bewusst unbürokratisch aufgebaut. Dennoch erfordern die Grundsätze eines Umweltmanagement­systems einen geregelten Programmablauf und eine nachvollziehbare Zertifizierung. Deshalb ist für die Teilnahme eine strukturierte Vorgehensweise in fünf Schritten vorgesehen. Kurz skizziert sieht der Ablauf des Programms zunächst eine förmliche Anmeldung vor: Neben dem Registrierungsformular ist auch eine Absichtserklärung zu unterschrieben. Anschließend führt das „Golf und Natur –Team“ der Golfanlage eine Bestandsaufnahme in Form eines Selbst-Checks durch. Unter der fachlichen Begleitung eines DGV-Beraters folgt die Erstellung eines Entwicklungsplanes, der für den Club die Durchführung einer Anzahl umweltentlastender Maßnahmen festlegt. Erfüllt die teilnehmende Golfanlage innerhalb von zwei Jahren zusätzlich mindestens 15 der insgesamt 25 Basisanforderungen, so qualifiziert sie sich für das Zertifikat „Golf & Natur“ in Bronze. Silber gibt es bei mindestens 20 und Gold bei 25 Punkten. Zwischenzeitlich nehmen – bei weiterhin steigender Tendenz – ca. 100 Golfclubs an dem Programm teil, 80 davon haben bereits eine Zertifizierungsstufe erreicht. Bei der Silber- und Gold-Zertifizierung bringt seit Mai 2008 auch die DQS, die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen, ihre Expertise als anerkannte und neutrale Begutachterin ein. Golfanlagen steht eine praxisnahe Anleitung zur Verfügung, um mit der laufenden Kontrolle und Verbesserung ihres Umweltmanagements die Grundlage für einen zukunftsfähigen Betrieb der Golfanlage zu sichern.

Weitere Inhalte und Ergebnisse des Umweltprogramms können auch auf der DGV-Homepage eingesehen werden: www.golf.de/dgv/umweltprogramm